Carolinarig flexibel

Der Erfolg des Texasrig ist kein Geheimnis mehr und vom Carolinarig haben auch schon viele etwas gehört. Der Unterschied von Beiden liegt im Abstand zwischen Köder und Bulletblei. Beim Texasrig kann es bis an den Köder gleiten und beim Carolinarig wird es mit einem Wirbel auf Abstand gehalten. Der Abstand entscheidet, wie stark das Blei den Köder in seiner Bewegung beeinflusst. Sobald das Gewicht auf dem Boden angekommen ist, kann sich der Köder mit seinem Eigengewicht frei bewegen und so noch verführerischer zum Boden gelangen.
Verändert man den Abstand, verändert sich auch der Spielraum des Köders. In der Regel wird beim Carolinarig das Bulletblei auf einen Abstand von 50 cm vom Köder gehalten. Dagegen ist das Blei beim Texasrig direkt am Köder. Beide bringen Erfolg, doch welches ist besser.
Diese Frage habe ich mir oft gestellt und mich für einen ganz interessanten Kompromiss entschieden.
Meine Montage des Carolina Rig flexibel kann ich zum einen, wie beim Texasrig mit Blei am Köder präsentieren oder auf einen von mir gewünschten Abstand zum Köder halten. So kann ich schnell am Wasser testen welche Köderpräsentation mehr Erfolg bringt. Haben die Fische den Braten durchschaut, kann ich durch verändern des Abstandes des Köders zum Blei den Köder in neuer Bewegung anbieten.
Als Regel gilt, umso näher das Blei, je schneller bewegt sich der Köder.


Hierzu tausche ich den Wirbel mit einem verschiebbaren Stopper. Dieser sollte sich beim Auswerfen nicht verschieben, aber immer noch mit der Hand auf eine neue Position bringen lassen. Hierzu können verschiedene Stopper eingesetzt werden.
Bei dicker Schnur haben sich lange Gummistopper gut bewährt. Findet man keine geeigneten Modelle, die auch straff genug sitzen ist ein mit Schnur oder Garn gebundener Stopperknoten ausreichend.
Als Schnur kommt auch hier wie beim Drop Shot Angeln Fluorocarbon zum Einsatz. Rechne ich mit Hechten, ist der Durchmesser mindestens 0,50 mm und gehe ich gezielt dem Entenschnabel an die Schuppen, wechsle ich auf Stahl. Ein abgerissener Hecht sollte immer vermieden werden.



Der Fachhandel bietet eine gute Auswahl an Bulletbleien an. Wem dies noch nicht ausreichen sollte, der wird mit Sicherheit im Internet fündig.


Bei der Köderführung schlägt das Blei immer wieder auf die Perle und erzeugt dabei ein klackendes Geräusch. Diesem wird eine besondere Lockwirkung nachgesagt. Je härter das Material der Perle ist, umso kräftiger wird das Geräusch. Glasperlen sind hierfür am besten geeignet. Die Farbe ist ein zusätzlicher Reitz.


Perlen findet man entweder in der Meeresabteilung von Angelfachgeschäften, im Geschäften für Bastelbedarf oder im Spielzeugladen.
Auch der Besuch eines Trödelmarktes hat schon die ein oder andere interessante Perle eingebracht.




Jetzt ist es auch nicht mehr ganz so entscheidend, wenn mit einem schweren Blei geangelt wird. Das ist besonders auf größere Entfernungen und in starker Strömung unumgänglich. Sollte sich der Köder am schweren Blei nicht weit genug vom Boden abheben lassen, kann mehr Bewegung durch verschiedene Positionen des Hakens im Köder erreicht werden.


Eine weitere Besonderheit meiner Montage ist die Befestigung des Köders an einer Schlaufe. Damit bleibt der Köder noch freier beweglich und selbst bei dicken und steiferen Vorfachmaterial kann sich dieses am Köder anlegen.
So ist der Räuber besser in der Lage den Köder vom Kopf voran aufzunehmen.
Schlucken kann er seine Beute ohnehin nur mit dem Kopf voran, da sich sonst die Flossen aufstellen.


Die Köderführung wird immer durch den Köder und seine Art der Befestigung beeinflusst und sollte vorm Angeln auf Distanz erst im Nahbereich getestet werden.
Wenn die Fische im Freiwasser stehen brachte mir ein kurzes Twitchen mit kleinen Pausen einige gute Fische. Vor allem wenn über Steinpackungen die Zander und besseren Barsche jagen ist das eine effektive Methode. Dabei verwende ich ein Bleigewicht, das so leicht wie nur möglich ist.
Wird der Köder am Bodenbereich angeboten lege ich längere Pausen ein. Diese sollten wenigsten so lang sein, dass der Köder den Boden erreicht und ein bis zwei Sekunden zur ruhe kommt. Dabei halte ich die Schnur zum Blei unter leichter Spannung. Oft erfolgen in dieser Phase die Bisse und werden durch leichten Zug an der Schnur oder durch kleine Schläge signalisiert. Hier wird nicht gleich angeschlagen. Oft benötigen die Fische ein klein wenig Zeit den Köder richtig aufzunehmen. spüre ich eine energischere Reaktion an der Gegenseite wird diese mit einem entsprechenden Anhieb quittiert.
Energische Bisse werden natürlich sofort beantwortet. Wird einmal ein Biss nicht umgesetzt, sollte man immer mit dem Nachfassen des Fisches rechnen. Auch ein erneutes Anwerfen der Stelle bringt oft eine erneute Attacke.


Köder wie der Fin-S lassen sich seitlich am Kopf befestigt. Mit langen Twitchen bewegt er sich wie ein sterbender Fisch. Bei kurzen Twitchen, wie eine leicht seitlich ausbrechender Beute. Dies kann so weit kommen, dass der Köder sich etwas seitlich versetzt vom Blei bewegt.


Würmer wie die Neon Flick von Illex lassen sich im Bodenbereich
am besten anbieten. Auch hier verändert man durch unterschiedliche
Befestigungen am Haken die Bewegung.

 

Dabei muss man nicht immer auf einen Wide Cape Haken verzichten. Soll die Bewegung mit diesem Haken aktiver werden, befestige ich den Wurm nicht am Kopf, sondern im ersten Drittel des Köders. Jetzt versucht er immer etwas seitlich auszubrechen. Dazu reicht es aus, dass der Wurm ein bis zwei Zentimeter über dem Hakenöhr hinaus steht.



Ein weiterer Vorteil ist, dass der Köder vom Räuber ohne zusätzliches Gewicht eingesaugt werden kann.
Hechte fangen den Köder oft kurz vor dem Aufkommen am Boden ab oder sobald er sich wieder in Bewegung setzt. Sobald ich mit Hechten rechne, schalte ich aus Sicherheitsgründen ein hechtsicheres Vorfach vor den Köder.

Jetzt steht natürlich noch die Frage der richtigen Rute und hier richte ich mich nach physikalischen Gesetzmäßigkeiten und den gewässerbedingten Anforderungen.

Im Stillwasser bin ich mit einer kurzen, oft unter 1,80 m langen Rute, am besten in der Lage die kleinen Twitche durchzuführen.

Im Fluss hingegen verwende ich meist eine längere Rute. So komme ich weit genug über das Ufer hinweg. Die Bewegung des Köders wird hier von der Strömung unterstützt.

Die S-195 ML Power Finesse von Illex ist durch ihre Kombination
aus extremer Sensibilität (3,5 - 12 Gramm Wurfgewicht)
und dem erstaunlichen Rückrad bestens für das Uferangeln geeignet.
Selbst Hechte mit 80+ bietet sie eine erstaunliche Gegenwehr.

Der Erfolg ist oft größer als man erwartet. So kann man sich oft den Fisch aussuchen, der als Speisefisch am besten geeignet ist. Ich halte nicht viel davon Fische aus unseren heimischen Gewässern einzufrieren, denn frisch schmecken sie am besten. Und jeden Tag ist man auch nicht Fisch. Alle Angler die ich kenne und die doch auf gute Erfolge verweisen können, behandeln ihre gefangenen Fische so, das sie für ein eventuelles zurücksetzen minimal verletzt werden. Hierfür werden immer wieder die Angeltechniken verbessert.

Ich habe über den Bau des Carolinarig einen kurzen Film bei YouTube eingestellt.

Hier der direkte Link zum Film.

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